Die Einen verehren ihn, die Anderen verachten ihn: Die Rede ist von dem französischen Selfmade-Modedesigner Charlie le Mindu, der eigentlich von Beruf Friseur ist. In die Schlagzeilen geriet der exzentrische Modeschöpfer durch eine schaurige Kopfbedeckung, die er aus toten Mäusen und Ratten hergestellt hatte.
Tierschützer schlugen Alarm, denn diese Maske diente außer dem Erhaschen von Presserummel keinerlei Zweck und so mussten die unschuldigen Nager im Namen der „Kunst“ sterben, wobei man für diese Art von Kreativität eigentlich nicht das Wort Kunst benutzen dürfte. Er wolle der Welt zeigen, wie schön diese Tiere sein können, so das Statement des polarisierenden Kreativkopfes. Schöner hätten viele wohl eher lebendige Nager auf dem Runway gefunden, doch diese hätten Charlie le Mindu niemals die Aufmerksamkeit der Medienvertreter eingebracht, wie die toten Tierchen es taten.
2010 schickte Charlie le Mindu seine Models dann blutüberströmt und teilweise splitterfasernackt über den Runway. Same same but different: Hauptsache schockieren + Ekelgefühle beim Betrachter erzeugen = Aufmerksamkeit. Allerdings es gibt auch Promis, die auf die Schock-Kreationen des Franzosen setzen. Lady Gaga, deren Karriere zum großen Teil auch auf dem „Provozieren um jeden Preis“-Konzept basiert, ist die wohl prominenteste Kundin des Designers. Vielleicht sollte man das Ganze mal von dieser Seite betrachten:
Bei der Mode ist es wie mit dem Fernsehprogramm: Sie gilt als Spiegel unserer Gesellschaft. Ist es nicht alarmierend, dass derart grausige Kreationen überhaupt in der Presse erwähnt werden? Und dass ein Superstar wie Lady Gaga, die ihren zum großen Teil minderjährigen Fans doch als Vorbild dienen sollte, einen Designer wie Charlie le Mindu unterstützt, der eher durch Ekel-Looks, als durch wahres Können bekannt wurde?
Fakt ist, dass die ständige Präsenz von Gewalt im Fernsehen oder in Videospielen uns abstumpfen lässt. Tiere werden als Objekte und nicht mehr als fühlende Mitlebewesen gesehen und müssen mit ihrem Leben für die Karriere eines exzentrischen „Künstlers“ herhalten. Wie heißt es noch so schön? Nobel geht die Welt zugrunde…Wobei „Eklig geht die Welt zugrunde“ zuweilen wohl treffender wäre.
Bilder: Charlie le Mindu Kopfbedeckung aus Ratten über myspace.com Charlie le Mindu nackte Models über theoverthrow.com Lady Gaga in Charlie le Mindu über widbox.com




